Dienstag, 10. März 2015

Townships

Heute hatten wir dann ein kräftiges Kontrastprogramm zu dem doch europäisch wirkenden Kapstadt oder auch Somer Set. Wir sind mit Khabang durch verschiedene Townships in der Nähe von Kapstadt gefahren. Hier sieht die Welt dann ganz anders aus. Wellblechhütten an den Rändern der Townships und einfache (Mandela) Hauser (aus Backsteinen) im inneren dominieren das Straßenbild. Der Müll ist allgegenwärtig, auch in den Teilen der Townships, wo die Hauser etwas gediegener aussehen. -60% beträgt die Arbeitslosenquote hier. Viele verdienen sich Ihr Geld als "Selbstständige".


 Als Kunsthandwerker sind die Jungs wirklich sehr begnadet. Wir waren auch in der Hütte eines traditionellen Heilers. Meine Frau wollte mich da behandeln lassen, das ist aber nicht mein Ding. An eine solche Form der Heilung muss man wohl durch "Glauben" auch kräftig selber mitwirken. 


Trotzdem mangelt es an nichts, würde ich mal so sagen. Es gibt für jede Hütte Strom (den man auch mal illegal anzapt), 50 Einheiten pro Monat sind frei. Für einen Block von Wellblechhütten gibt es eine gemeinsame Toilette und ein Tap zum Zapfen von Frischwasser. In einer Hütte waren wir drin, elendlich klein, so groß wie unser Abstellraum hätte ich gesagt. Aber mit Kühlschrank, Herd, Fernseher ausgestattet. Und das Bett mitten drin. Auch Mobiltelefone hat hier jeder. Und Hungern muss auch niemand.

In einer Kirche haben wir gesehen, wie man dieses Gebäude sinnvoll nutzen an. Wenn keine Messen sind in der Woche, dient es als Kindergarten für die Kleinen.

Danach waren wir an einem Platz, wo Bier selbstgebraut wurde. Brauen ist wohl eher das falsche Wort. Es wird gekocht. Die Trinkhalle ist eine Wellblechhütte mit total verrussten Wänden und Decken. Denn hier heizt man bei Kälte mit einem offenen Feuer. Mit 20 Rand ist man den ganzen Tag dabei und kann soviel trinken wie man will. Ich habe von dem Bier auch probiert. Man trinkt gemeinschaftlich aus einem grossen Blecheimer. Kostet erstmal etwas Überwindung, weil auf dem Bier so ein komischer Schaum schwamm. Sah eher wie Milchschaum aus. Schmeckt auch gewöhnungsbedürftig. Sehr säuerlich.


Aber ich habe es überlebt.

In einem Kunsthandwerkermarkt haben wir sehr schöne Teile erworben und den Leuten zu etwas Geld verholfen. Diese Touristentouren durch die Tównships sind die einzige Einahmequelle zusätzlich zum Verkauf auf Märkten in Kapstadt und Umgebung. Und im Winter bricht das Geschäft vollkommen zusammen.

Ein Selbsthilfe Projekt war eine kleine Gemüseplantage. Dort wurden von 16 Mitarbeitern verschiedene Gemüse angepflanzt (Spinat, Paprika, Möhren, Kohl, Radieschen, etc.). Der wird dann zu günstigen Preisen an die Township Bewohner verteilt.

 


Und zu guter letzt waren wir dann in einen der Townships noch Essen. Auch dort gibt es wohl Restaurants, aber ich denke nur die Touristen gehen dorthin. Bei einem Preis von 150 Rand pro Person könnte das sich wohl sonst niemend leisten. Das Essen war in Buffetform, so das wir alles mögliche probieren konnten. Viele Sachen waren durchaus europäischen Stils, aber doch einige Besonderheiten. Strauss und Kudu hatte ich vorher noch nicht gegessen. Der Maisbrei (afrikaans mielie pap) (in unserem Fall mit Bohnen) schmeckt durchaus lecker. Recht wenig eigengeschmack (wie Milchreis). Deswegen reicht man würzige Saucen dazu.

So jetzt aber genug.

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